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Steuergesetze nicht in Fußnoten und Steuerrichtlinien?

PostPosted: 2016-11-04 16:50
by bachelor16
Hallo,

Gesetze sollen ja bekannterweise nicht in Fußnoten zitiert werden, sondern im Text.
Jetzt frage ich mich wie das bei Richtlinien ist- z.B. dem Umsatzsteueranwendungserlass oder Einkommensteuerrichtlinien. Weiß das jemand? Kommen die dann in die Fußnote oder wird das wie ein Gesetz gehandhabt?

Wäre froh um hilfreiche Antworten!

LG

Re: Steuergesetze nicht in Fußnoten und Steuerrichtlinien?

PostPosted: 2016-11-06 22:08
by Felix Magin
Hallo bachelor16,

ich weiß nicht, ob die Frage hier richtig ist.

Zunächst einmal hängt es hauptsächlich vom vorgegebenen Zitierstil ab, wie bestimmte Quellen zitiert werden sollen. Eine pauschale Antwort, die für alle Zitierstile gültig wäre, ist kaum möglich.

bachelor16 wrote:Gesetze sollen ja bekannterweise nicht in Fußnoten zitiert werden, sondern im Text.

Ich weiß nicht genau, wie das gemeint ist. Ein Einzelzitat (also bspw. ein einzelner Paragraf) findet sich häufig im Text. Trotzdem wird das Vollzitat häufig in der Fußnote gebracht (also "X-Gesetz in der Fassung vom 01.01.1996, BGBl. I, 38, zuletzt geändert durch Y-Gesetz vom 15.05.2016, BGBl. I, 1542"), weil das den Lesefluss im Text arg stören würde (wie man hier sieht). In beiden Fällen sage ich "häufig", weil ich nicht weiß, ob das für alle Zitierstile gilt.
Grundsätzlich sehe ich aber hinsichtlich der Zitierung keinen Unterschied zwischen verschiedenen Arten von Gesetzen im materiellen Sinn, ob es sich dabei um vom Parlament beschlossene Gesetze im formellen Sinn handelt oder nicht.

Wenn es keine konkrete Vorgabe zum Zitierstil gibt, ist die Art der Zitierung einzelner Normen immer noch abhängig vom Fach, der Häufigkeit der Verwendung und vor allem dem persönlichen Geschmack.

Eine juristische Arbeit (das ist das Fach, aus dem ich komme) würde vermutlich im Vollzitat irgendeine Abkürzung für jede Richtlinie definieren (bevorzugt eine bereits übliche). Im Folgetext würde dann die Abkürzung für Nachweise im Text verwendet, bspw. "§ 2 UStAE" für den Umsatzsteueranwendungserlass (keine Ahnung, ob das die gängige Abkürzung ist, kommt mir aber plausibel vor). Allerdings ist nicht ausgeschlossen, dass auch der Hinweis auf einen einzelnen Paragrafen in einer Fußnote platziert wird. Klammern oder kleine Einschübe machen einen Text schnell unleserlich, weshalb man vielleicht eher eine Fußnote setzt anstatt "gemäß § 30" zu schreiben.
Wie Gesetze oder gesetzesähnliche Quellen in anderen Fächern zitiert werden, weiß ich leider nicht.

Die Häufigkeit der Verwendung spielt auch mit. Wenn eine Norm nur ein einziges Mal verwendet wird, bleibt es ja beim Vollzitat. Da macht die Definition einer Abkürzung wenig Sinn.

Zum persönlichen Geschmack muss ich, denke ich, nichts sagen.

Es tut mir leid, dass ich nicht wirklich helfen konnte, dafür hatte ich einfach nicht genug Information.

Grüße,
Felix