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Jurisdiktion eintragen, Gericht und Jurisdiktion konditional Topic is solved

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Jurisdiktion eintragen, Gericht und Jurisdiktion konditional

Postby jay-squared » 2015-08-20 11:22

Ich glaube fuer folgende Frage muss ich meinen Hintergrund etwas erklaeren: Ich habe meine Dissertation komplett ohne Citavi geschrieben, und dafuer den kompletten Canadian Standard for Uniform Legal Citation in Biblatex implementiert. Citavi habe ich fuer kleinere Projekte, welche sich - anders als meine Dissertation nicht - mit dem Common Law beschaeftigen, genutzt. Nun wuerde ich gerne trotz der folgenden Probleme Citavi intensiver nutzen fuer alles juristische Wissen. Wie wahrscheinlich bekannt stosse ich dabei auf das Problem, das Citavis Datenmodell nicht flexibel ist (also anders als Bibtex oder Biblatex) und so recht nicht fuer Common Law entwickelt wurde. Ich fuehre die Punkte mal auf, wohlwissend dass sich da so schnell nichts aendern wird; ich finde Citavi exzellent, um Wissen zu sammeln, aber ich kann es im Moment nicht-kontinentalen Juristen schlecht empfehlen.

Nun das Problem:

Bluebook, McGill Guide (Canadian Standard for Uniform Legal Citation), und auch der von Citavi schon werksseitig implentierte Australian Guide to Legal Citation haben - neben vielen anderen Punkten - eins gemeinsam: wenn die Jurisdiktion des Gerichts sich nicht aus dem zitierten Reporter ergibt, soll diese irgendwo im Nachweis in Klammern eingetragen werden. Also:

Latham v. Father Divine, 299 N.Y. 22 (1949)


aber

Latham v Father Divine, 85 N.E. 2d 168 (N.Y. 1949)


Bank of Nova Scotia v International Harvester Credit Corp of Canada (1990), 74 OR
(2d) 738 (CA)


aber

Bank of Nova Scotia v International Harvester Credit Corp of Canada (1990), 73 DLR (4th) 385 (Ont CA)


und
Hoath v Connect Internet Services, [2006] NSWSC 158


aber

Hoath v Connect Internet Services, 229 ALR 566 (New South Wales Supreme Court)


(NB: Das letzte Beispiel hinkt: NSWSC ist eine neutrale Zitation, die wuerde ich eh immer angeben, aber ich habe auf die schnelle kein anderes Beispiel gefunden, in dem ich einen australischen Fall einmal mit Angabe der Jurisdiktion im Reporter, einmal ohne zitieren kann).

Erste Frage: In welches Feld trage ich sinnvollerweise die Jurisdiktion ein? Wenn ich das einfach in das Feld "Gericht" eintrage, kann ich nicht mehr sinnvoll nach Gerichten filtern.

Zweiter Hinweis: Dieser Teil des Australian Guide to Legal Citation ist in Citavis Implementation gar nicht umgesetzt, wahrscheinlich gerade weil es kein sinnvolles Feld gibt.

Ein drittes Problem:

Alle drei Style Guides machen sowohl die Ausgabe des Feldes Gerichts als auch die Ausgabe des Felds Jurisdiktion davon abhaengig, ob sich das Gericht und die Jurisdiktion bereits aus der Fundstelle ergeben, bzw. im Falle des Bluebooks davon, ob das Gericht das hoechste Gericht in der Jurisdiktion ist. Das kann Citavi niemals sinnvoll selber feststellen. In Biblatex habe ich das Problem damit getacklet, dass ich im Optionsfeld Optionen eingetragen hatte (court=true, jurisdiction=true/false). Die Ausgabe der Felder im Nachweis wurde dann davon abhaengig gemacht, dass die korrespondierende Option true war. Citavi hat kein derart flexibles Datenmodell.

Ich koennte natuerlich wieder irgendeines der Freitext-Felder missbrauchen, aber irgendwie wird das mit der Zeit auch unuebersichtlich, weil diese Freitext-Felder dann ja in jedem Dokumententyp erscheint, und stets den frei vergebenen Namen traegt.
jay-squared
Citavi Expert
 

Re: Jurisdiktion eintragen, Gericht und Jurisdiktion konditi

Postby Hans Siem Schweiger » 2015-08-20 13:38

Hallo jay-squared,

vielen Dank für die Erläuterung der Problemstellung. Ich müsste einmal mein Verständnis zu den Beispielen darstellen, damit es in die richtige Richtung geht.

Das erste Beispiel scheint mir klar zu sein: Im ersten Fall wird der Reporter "N.Y." abgekürzt und lässt dementsprechend auf die Jurisdiktion schließen, im zweiten Fall ist dieser Schluss nicht möglich, deshalb wird "N.Y." in der Klammer am Ende ergänzt.

Das zweite Beispiel ist etwas anders: "OR" im ersten Fall steht vermutlich für "Ontario Reporter", dementsprechend konnte darauf in der Klammer verzichtet werden, im zweiten Fall musste es aber ergänzt werden, weil "DLR" diese Information nicht enthält. Aber: Wenn man schon weiß, dass im ersten Fall "OR" für Ontario steht, dann könnte doch auch auf das "(Ca)", das wohl für Kanada steht, verzichtet werden?! Oder ist das Konvention, dass kanadische Entscheidungen in jedem Falle so gekennzeichnet werden?

Das führt über zum dritten Beispiel, in dem im Gegensatz zum zum zweiten Beispiel nicht ausdrücklich angezeigt wird, dass es sich um einen australischen Fall handelt. Korrekt?

Ihre Anmerkung zum dritten Beispiel verstehe ich schließlich so, dass im ersten Fall nicht aus einem Reporter zitiert wird, sondern eben die neutrale Zitation verwandt wird und das Beispiel deshalb hinkt.

Zu Ihren Fragen:

jay-squared wrote:Erste Frage: In welches Feld trage ich sinnvollerweise die Jurisdiktion ein?


Müsste es aufgrund der anscheinenden Besonderheit in Kanada nicht zwei Felder geben: "Hauptjurisdiktion" und "Gliedjurisdiktion"?

In jedem Falle müssten Sie aber tatsächlich eines der anderen Felder "missbrauchen" und egal ob Sie ein Freitext-Feld oder ein anderes der "weiteren Felder" nehmen, es wird bei allen Dokumententypen angezeigt werden. Das ist leider so. Deshalb bietet es sich schon an, ein Freitextfeld zu nehmen, weil das zumindest umbenannt werden kann.

jay-squared wrote:Zweiter Hinweis: Dieser Teil des Australian Guide to Legal Citation ist in Citavis Implementation gar nicht umgesetzt, wahrscheinlich gerade weil es kein sinnvolles Feld gibt.


Danke für den Hinweis. Wenn wir diese Diskussion abgeschlossen haben, frage ich die Kollegen, ob eine Anpassung des Zitationsstils möglich ist.

jay-squared wrote:In Biblatex habe ich das Problem damit getacklet, dass ich im Optionsfeld Optionen eingetragen hatte (court=true, jurisdiction=true/false). Die Ausgabe der Felder im Nachweis wurde dann davon abhaengig gemacht, dass die korrespondierende Option true war.


Das ist mit Citavi auch möglich. Sie können eine Bedingung im Zitationsstil davon abhängig machen, was im Notiz-Feld steht. Wenn also "court=true" im Notizfeld steht (es können auch noch andere Dinge darin stehen, etwa ein zweiter Wahrheitswert), dann kann eine Bedingung im Zitationsstil davon abhängig ein Feld im Nachweis anzeigen oder eben nicht. Allerdings muss eine solche Bedingung ggf. programmiert werden.

Im Falle der Jurisdiktion könnten Sie im Übrigen aber auch so vorgehen, dass Sie diese nur dann erfassen, wenn sie aufgrund des "schweigenden" Reporters benötigt wird. Ob ein Feld leer ist, kann nämlich mit Standard-Bedinungen überprüft werden. Es sei denn natürlich, Sie möchten auch nach der Jurisdiktion filtern können.

Mit freundlichen Grüßen
Hans Siem Schweiger
Hans Siem Schweiger
Citavi Customer Service
 

Re: Jurisdiktion eintragen, Gericht und Jurisdiktion konditi

Postby jay-squared » 2015-08-20 14:15

Hallo Herr Schweiger,

vielen Dank fuer das Feedback.

"OR" im ersten Fall steht vermutlich für "Ontario Reporter", dementsprechend konnte darauf in der Klammer verzichtet werden, im zweiten Fall musste es aber ergänzt werden, weil "DLR" diese Information nicht enthält. Aber: Wenn man schon weiß, dass im ersten Fall "OR" für Ontario steht, dann könnte doch auch auf das "(Ca)", das wohl für Kanada steht, verzichtet werden?! Oder ist das Konvention, dass kanadische Entscheidungen in jedem Falle so gekennzeichnet werden?
Das führt über zum dritten Beispiel, in dem im Gegensatz zum zum zweiten Beispiel nicht ausdrücklich angezeigt wird, dass es sich um einen australischen Fall handelt. Korrekt?


Ich sehe, mein Beispiel war etwas erlauererungswuerdig. "CA" steht nicht fuer Kanada, sondern nur fuer "Court of Appeal", also den Namen des Gerichts. Ich kann nicht fuer alle Zitationsstile der Welt sprechen, aber jedenfalls weder Bluebook, noch McGill Guide noch Australian Standard erfordern, sowohl Hauptjurisdiktion als auch Gliedstaat anzugeben, es reicht stets die Angabe des Gliedstaates.

In jedem Falle müssten Sie aber tatsächlich eines der anderen Felder "missbrauchen" und egal ob Sie ein Freitext-Feld oder ein anderes der "weiteren Felder" nehmen, es wird bei allen Dokumententypen angezeigt werden. Das ist leider so. Deshalb bietet es sich schon an, ein Freitextfeld zu nehmen, weil das zumindest umbenannt werden kann.


Die Frage ist, ob nicht Citavis Datenmodell insoweit etwas angepasst werden koennte oder muesste. Ich glaube, Citavi hat enormes Potential, und koennte durchaus auch im englisch-sprachigen Raum als Anwendung fuer Wissensverwaltung im juristischen Raum eingesetzt werden, aber es ist natuerlich etwas unelegant, dann solche Uebergangsloesungen zu verwenden.

Ihre Anmerkung zum dritten Beispiel verstehe ich schließlich so, dass im ersten Fall nicht aus einem Reporter zitiert wird, sondern eben die neutrale Zitation verwandt wird und das Beispiel deshalb hinkt.


Genau. Ich hatte auf die schnelle jetzt kein Beispiel fuer einen australischen Fall gefunden, der sowohl in einem Reporter mit Angabe der Jurisdiktion als auch in einem jurisdiktionsuebergreifenden Reporter zitiert wird; ich habe ja immer ein und den selben Fall mit verschiedenen Fundstellen genommen, um das Problem zu illustrieren. Fuer diesen Zwecke ist eine neutrale Zitation, welche die Jurisdiktion verraet, dasselbe, wie ein gedruckter Reporter, welche die Jurisdiktion verraet.

Filtern nach Jurisdiktion erscheint mir schon wichtig in der juristischen Wissensverwaltung, und ggf. auch in der Gliederung des Literaturverzeichnisses.

Die Sache mit dem Notizbereich ist natuerlich gut, daran hatte ich gar nicht gedacht.

Meine Vision waere natuerlich, dass Citavi eine weitere Dokumentenart einfuehrt "Gerichtsentscheidung (Common Law)" welche ein Jurisdiktions-Feld hat, und in denen die Optionen Jurisdiktion und Gericht klickbar sind - das eigene Datenmodell haette noch ein paar andere Vorteile: automatische Kursivierung oder Nicht-Kursivierung des v im Style of Cause und Ausgabe des Punktes nach v je nach Zitierstil durch Trennung der Felder in Partei 1, Partei 2, und Trennzeichen (v kann auch manchmal c sein, wenn das Gericht franko-kanadisch ist); bessere Unterstuetzung der Parallelfundstellen (diese werden in manchen Stils mit Komma getrennt, in anderen mit Semikolon, obwohl man das auch mit einem Komponentenfilter aendern koennte)

Herzliche Gruesse
JJ
jay-squared
Citavi Expert
 

Re: Jurisdiktion eintragen, Gericht und Jurisdiktion konditi

Postby Hans Siem Schweiger » 2015-08-20 14:40

Hallo jay-squared,

jay-squared wrote:Ich glaube, Citavi hat enormes Potential, und koennte durchaus auch im englisch-sprachigen Raum als Anwendung fuer Wissensverwaltung im juristischen Raum eingesetzt werden, aber es ist natuerlich etwas unelegant, dann solche Uebergangsloesungen zu verwenden.


Ja, ich stimme Ihnen vollkommen zu, von der Idee her ist Citavi das ideale Werkzeug für alle "Textwissenschaften" und natürlich insbesondere für die Juristen.

Auch was Ihre Vorschläge für einen neuen Dokumententyp angeht, bin ich ganz bei Ihnen. Tatsächlich waren wir das vor einigen Jahren schon einmal konzeptionell angegangen, haben dann aber die Überarbeitung der Dokumententypen - auch in anderen Fachgebieten - zugunsten anderer Funktionen verschoben. Und ich denke nicht, dass wir das in näherer Zukunft wieder aufgreifen können.

Mit besten Grüßen
Hans Siem Schweiger
Hans Siem Schweiger
Citavi Customer Service
 

Re: Jurisdiktion eintragen, Gericht und Jurisdiktion konditi

Postby jay-squared » 2015-08-20 15:39

Lieber Herr Schweiger,

Tatsächlich waren wir das vor einigen Jahren schon einmal konzeptionell angegangen, haben dann aber die Überarbeitung der Dokumententypen - auch in anderen Fachgebieten - zugunsten anderer Funktionen verschoben. Und ich denke nicht, dass wir das in näherer Zukunft wieder aufgreifen können.


Dazu an dieser Stelle etwas grundsaetzlicher:

Man kann ja nicht leugnen, dass sich Citavi in den letzten Jahren enorm entwickelt, und immer mehr Features dazu gekommen sind, welche Citavi attraktiv machen. Daher ist alles, was ich hier schreibe, natuerlich nur Anregung, wo aus meiner Sicht Entwicklungsprioritaeten sein koennten. Ob andere Leute das teilen oder nicht, kann ich nicht sagen.

Ich stelle aber auch immer wieder fest, dass Citavi einen gewissen Konflikt zwischen dem Anspruch, fuer alles einsetzbar zu sein, und der Geschlossenheit hat. Der Zitationsstil-Editor stellt mir als Nutzer ja eigentlich alles in die Hand, um mich in einem gutverstaendlichen Umgebung die Sache selber in die Hand zu nehmen, und meinen Zitationsstil zu entwickeln ohne staendig den Support in Anspruch zu nehmen (sieht man mal davon ab, dass die Bedingungen und Filter nicht dokumentiert sind). Andererseits stoesst das dann an die Grenze durch das rigide Datenmodell. Ich weiss nicht, warum Citavi dieses rigide Datenmodell hat, ob nun technische Gruende oder der Wunsch, den Datenaustausch zwischen Nutzern zu gewaehrleisten. Wenn es letzterer Grund ist, dann war es wohl die Wahl des Citavi-Teams, der normativen Kraft von Standards nicht zu vertrauen, und den Nutzer stattdessen mit unumgaenglichen Festlegungen zu konfrontieren: "Wenn du Parteinamen in einer Entscheidung willst, musst du den vollen Namen in bei Kurzbeschreibung eingeben. Wir erlauben dir nicht, ein Feld "Erste Partei", "Zweite Partei" etc. hinzuzufuegen."

Ob dies die richtige Wahl war, kann ich nicht entscheiden; aus meiner Sicht hat sie den Nachteil, dass sie die normativen Kraft des Zwangs mit erheblichen Einschraenkungen der Nutzbarkeit und der moeglichen Bandbreite an erfassbarer Information erkauft. Das bei "Walsh v Lonsdale" das erste Wort ein Name ist, das dritte Wort ein Name ist, das zweite Wort aber kein Name ist, und manchmal mit "c", manchmal mit." /." ersetzt werden muss (stellen wir uns halt mal vor, das waere eine EuGH-Entscheidung, die ich mal in einer deutschen, mal in einer englischen, mal in einer franzoesischen Publikation zitieren moechte), das ist eine Information, die in Citavi verloren gehen muss.

Ob man - unter der Praemisse, dass die Begrenzung des Datenmodells einem Wunsch nach freiem Informationsaustausch, und nicht technischen Zwaengen - dann nicht bei einer Ueberarbeitung des Datenmodells die normative Kraft des Zwanges durch die normative Kraft des Standards und des Austauschs der Nutzer in einer community ersetzen sollte, so dass sich das Datenmodell dynamisch und dezentral entwickeln kann, waere vielleicht eine Ueberlegung wert: user koennten selber Zitierstile uebermitteln, die dokumentieren, welche Datenfelder sie nutzen, die bereits vorhandenen Stile wuerden dokumentiert: dies wuerde einer Zerfransung entgegen wirken. Wie gesagt: all dies ohne dass ich mich hier anmassen will, meine Ansicht als alleinseligmachend darzustellen.

Die derzeitige Beschraenkung des Citavi-Datenmodells koennte ich als Nutzer ja gerade noch durch Missbrauch der erlaubten Datenfelder ohne Informationsverlust fuer meine Zwecke nutzbar machen, wenn irgendwie der freie beidseitige Austausch zwischen einem offenen Datenmodell - etwa BibTeX - und Citavi gewaehrleistet wuerde. Dann wuerde ich etwa die bibliographischen Angaben in einem sinnvollen Datenmodel zentral und zukunftssicher verwalten, und diese Daten in Citavi je nachdem, wie ich das enge Citavi-Datenmodell missbrauchen muss, in ein Projekt importieren. Aber selbst das ist nicht gewollt, obwohl der Importfilter ja eine XML-Datei ist, die mit etwas Dokumentation durch den User fuer seine Zwecke angepasst werden koennte.

Mit anderen Worten: wahrscheinlich kann ich jetzt schon wunderbar komplexe Zitierstile in Citavi implementieren, aber ich muesste meine Daten vollkommen in Citavis derzeitiges Datenmodell pressen, was zwangslauefig mit Informationsverlust verknuepft ist, was auch dazu fuehrt, dass die bibliographischen Daten auf einmal nur noch fuer einen oder wenige bestimmte Stile einsetzbar ist, und ob ich dann in Zukunft, wenn das Citavi-Team zentral das Datenmodell erweitert, die Daten nicht neu eingeben muss, ist auch nicht garantiert.

Herzliche Gruesse
JJ
jay-squared
Citavi Expert
 

Re: Jurisdiktion eintragen, Gericht und Jurisdiktion konditi

Postby Hans Siem Schweiger » 2015-08-20 15:56

Lieber jay-squared,

weil wir die Dokumententypen auf absehbare Zeit nicht angehen werden, kann ich keine qualifizierten Äußerungen zu Offenheit oder Geschlossenheit des Datenmodells machen. Ich kann Ihnen aber versichern, dass die Erfahrungen und Nutzerwünsche, die wir bis dahin gesammelt haben werden, dann in die Konzeption einfließen werden.

Herzliche Grüße
Hans Siem Schweiger
Hans Siem Schweiger
Citavi Customer Service
 

Re: Jurisdiktion eintragen, Gericht und Jurisdiktion konditi

Postby jay-squared » 2015-08-21 12:31

Jetzt mal wieder zurück zum Praktischen. Wenn es derzeit und in absehbarer Zukunft halt nicht geht, ein wirklich passendes Dokumentenmodell zu haben, muss ich ja irgendwie das derzeit bestehende nutzen.

Daher zur Frage, wie man das am besten jetzt in Citavi umsetzt.

Ich würde also für jede Entscheidung das Feld Jurisdiktion eintragen, die Ausgabe aber davon abhängig machen, dass das Feld "Notiz" den String "jurisdiction" enthält (es scheint mir nicht notwendig zu sein, wirklich immer "jurisdiction=true" zu schreiben, wenn "jurisdiction=false" ja gewissermassen default ist). Da dies letztlich ja auch von den vorhanden Zitationsstilen ausgewertet werden müsste - also Citavis AGLC und eigentlich ja auch Citavis OSCOLA (S. 32) müssten wir uns also darauf einigen, welches Freitext-Feld wir nehmen.

Zweiter Punkt: ein paralleles Problem stellt sich im Falle der Gerichte. In vielen Fällen muss das Gericht nicht angegeben werden. Im Falle OSCOLAs etwa bei alten alten Fällen oder solchen mit neutraler Fundstelle.

Citations of cases decided before 1865 do not require the court, and nor do citations of cases with a neutral citation.


Im Falle des Bluebooks dann nicht, wenn das Gericht das oberste Gericht der bestimmbaren Jurisdiktion ist. Im Falle des McGill Guide, wenn das Gericht durch den Reporter (etwa S.C.R.) oder durch die neutrale Zitierweise bestimmt ist. Im Fall des AGLC dann nicht, wenn der Reporter CLR ist (druckt glaub ich eh nur High Court-Fälle), oder wenn die neutrale Fundstelle angegeben wird.

Die sinnvolle Vorgehensweise scheint mir daher zu sein, die Ausgabe des Gerichts in diesen Zitierweisen davon abhängig zu machen, dass im Feld "Notiz" der String "court" erscheint.

Nun ist es eine Gemeinsamkeit der vier von mir erwähnten Zitierstile, dass Gericht und Jurisdiktion in einer Klammmer am Schluss erscheinen (im Fall Bluebook zusammen mit dem Jahr). Statt nun eine Vielzahl kaskadierender Vorlagen zu haben, wäre es vielleicht daher besser, eine Komponente "Jurisdiktion+Gericht" - bzw. im Fall Bluebook "Jurisdiktion+Gericht+Jahr" zu haben, die aber einen Komponenten-Filter enthält, der die Ausgabe der Sub-Komponenten Juridiktion bzw. Gericht eben davon abhängig macht, dass das entsprechende Schlagwort im Feld "Notiz" erscheint.

Ich bin nun gar nicht C#-affin, aber so was sollte doch möglich sein, oder? Quasi als Pseudocode so was wie das:

Code: Select all

handled = true;

array output;

if field "note" contains "court"  then set output to output & value of field "author";
if field "note" contains "jurisdiction" then set output to output & value of field "Freetext1";

set text delimiter to " ";
set output to output as string;

return output;



Wenn sowas möglich ist, würde ich vorschlagen, dass Citavis OSCOLA und Citavis AGLC so etwas umsetzen und dokumentieren, damit der User weiß, wo er Jurisdiktion und Gericht eintragen kann, und wie er diese erscheinen lassen kann.
jay-squared
Citavi Expert
 

Re: Jurisdiktion eintragen, Gericht und Jurisdiktion konditi

Postby jay-squared » 2015-08-21 13:33

PS: Wahrscheinlich bietet es sich an, FreitextFeld4 als Jurisdiktions-Feld zu nehmen. Citavis OSCOLA-Stil testet das Feld ja schon darauf, ob es EU enthält.
jay-squared
Citavi Expert
 

Re: Jurisdiktion eintragen, Gericht und Jurisdiktion konditi

Postby jay-squared » 2015-08-25 14:59

Ich hab mich in der Zwischenzeit schon mal selber an was versucht, und ein Komponenten-"Filter" (eigentlich erzeugt der Filter den gesamten Inhalt ueberhaupt erstmalig), welcher eine kombinierte Jurisdiktion+Gericht-Komponente auswirft, welche man bedenkenlos (sprich: ohne irgendwelche bedingten Vorlagen) in eine Vorlage fuer das Zitat einer Gerichtsentscheidung einbauen kann:

Code: Select all
using System.Linq;
using System.Collections.Generic;
using SwissAcademic.Citavi;
using SwissAcademic.Citavi.Metadata;
using SwissAcademic.Collections;
using SwissAcademic.Drawing;

namespace SwissAcademic.Citavi.Citations
{
   public class ComponentPartFilter
      :
      IComponentPartFilter
   {
      public IEnumerable<ITextUnit> GetTextUnits(ComponentPart componentPart, Template template, Citation citation, out bool handled)
      {

         var output = new TextUnitCollection();
               
         var court = new LiteralTextUnit("Court");
         var jurisdiction = new LiteralTextUnit(citation.Reference.CustomField4);
         
         var outputPrefix = new LiteralTextUnit("(");
         var outputSuffix = new LiteralTextUnit(")");   
         var space = new LiteralTextUnit(" ");   
         
         string notes = citation.Reference.Notes;
         
         if(notes.Contains("court") && !notes.Contains("jurisdiction"))
         {
            output.Add(outputPrefix);
            output.Add(court);
            output.Add(outputSuffix);
         }
         else if(notes.Contains("jurisdiction") && !notes.Contains("court"))
         {
            output.Add(outputPrefix);
            output.Add(jurisdiction);
            output.Add(outputSuffix);
         }
         else if(notes.Contains("jurisdiction") && notes.Contains("court"))
         {
            output.Add(outputPrefix);
            output.Add(jurisdiction);
            output.Add(space);
            output.Add(court);            
            output.Add(outputSuffix);
         }
                  
         handled = true;
         return output;
      }
   }
}


Der Code setzt also voraus, dass die Jurisdiktion in Freitext-Feld 4 angegeben wird, die Notwendigkeit Gericht oder Jurisdiktion in Klammern anzugeben wird im Notiz-Feld per Schlagwort "court", bzw. "jurisdiction" signalisiert. Ich hoffe, beides wird Standard in Citavis Datenmodell.

Das klappt auch im Prinzip gut, bis auf die offensichtliche Schwachstelle: es gelingt mir nicht, die Abkuerzung des Gerichts der Variable "court" zuzuweisen. Die naive Variante citation.Reference.Organizations gelingt aus nachvollziehbaren Gruenden nicht - also selbst ich verstehe, warum das nicht klappen kann, weiss aber nicht, wie ich es besser machen soll.
jay-squared
Citavi Expert
 

Re: Jurisdiktion eintragen, Gericht und Jurisdiktion konditi  Topic is solved

Postby Jennifer Schultz » 2015-08-26 11:35

Hallo jaysquared,

vielen Dank für Ihre Frage! Unser Entwickler hat den Code angeschaut. Wir schicken gleich per Mail die überarbeitete Komponente.

Wenn Sie noch Fragen oder Schwierigkeiten haben, zögern Sie bitte nicht, sich nochmals zu melden!

Freundliche Grüsse
Jennifer
Jennifer Schultz
Citavi Customer Service
 

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